Event 2. Präsenz-Fachkongress Wahrnehmung und Neurorehabilitation 2025 - Präsenz-Teilnahme (Kopie) starts on Sep 6, 2025, 10:00:00 AM (Europe/Berlin)
V5-1 - Einsatz des Warnke-Verfahrens bei Menschen mit Down-Syndrom
9/6/25, 4:00 PM - 9/6/25, 4:45 PM (Europe/Berlin) (45 minutes)

V5-1 - Einsatz des Warnke-Verfahrens bei Menschen mit Down-Syndrom
Ralph Warnke

• Juristische Staatsexamina + Magisterstudium in Politologie

• Langjährige Dozententätigkeit an div. Weiterbildungsstätten

• Gründer und Geschäftsführer der MediTECH Electronic GmbH

• Intensives Engagement auf dem Gebiet der Verarbeitungs-, Wahrnehmungs- und Automatisierungsstörungen, ursachen­orientierten Test- und Trainingsverfahren sowie Biofeedback / Neurofeedback

• Information eines breiten Fachpublikums durch Grund-, Aufbau- und Themenkurse sowie Messe­teilnahmen


Sprache und Wahrnehmung sind Schlüsselfunktionen im menschlichen Miteinander. Einander Verstehen baut grundlegend darauf auf, Sprache schnell und sicher nutzen zu können, und zwar aktiv sprechend wie passiv hörend.

In diesem Vortrag lernen Sie das Warnke-Verfahren, das auch und gerade für Menschen mit Down-Syndrom maßgeschneiderte Förder- und Trainingsmöglichkeiten bietet.

Kernelemente wie das Lateraltraining sowie der Brain-Boy können dabei in unterschiedlichen Weisen eingesetzt werden. Während der Brain-Boy Grundbausteine der zentralen Hörverarbeitung trainiert, kann mit dem Lateraltraining gezielt das Zusammenspiel zwischen den beiden Gehirnhälften gefördert werden. Ziel ist es, ausgehend vom individuellen Leistungsniveau Sprachverstehen und aktives Sprechen zu verbessern.

Nach überzeugenden Studienergebnissen für Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche und Lernproblemen wird das zugrundeliegende Warnke-Verfahren inzwischen von pädagogischen und therapeutischen Fachleuten auch zur Förderung von Menschen mit anderen besonderen Herausforderungen eingesetzt.

Gerade auch für Menschen mit Down Syndrom eröffnen sich hier neue Möglichkeiten des Trainings mit dem Ziel, die eigene Aussprache zu schärfen, den Wortschatz zu erweitern und weitere sprachbezogene Fähigkeiten zu fördern.

Die Wirksamkeit des Warnke-Verfahrens wurde in mehreren Studien erfolgreich belegt. So konnte die Lese- und Rechtschreibkompetenz von Kindern mit LRS in einer von der Medizinischen Hochschule Hannover begleiteten Studie in nur vier Monaten drastisch verbessert werden. In einem Forschungsprojekt der Universität Bamberg wurde mit Kernspin plastische neuronale Veränderungen durch das Training nachgewiesen – die für Sprachleistungen verantwortlichen Hirnareale wurden messbar größer. Und auch sprachbezogene Leistungen selbst wurden deutlich besser. Der Nutzen des Trainings für Menschen mit Down Syndrom wurde in einer österreichischen Studie ebenfalls aufgezeigt.