Event 2. Präsenz-Fachkongress Wahrnehmung und Neurorehabilitation 2025 - Präsenz-Teilnahme (Kopie) starts on Sep 6, 2025, 10:00:00 AM (Europe/Berlin)
V2-1 - Warten mit Mehrwert Eine frühkindliche Intervention als gezielte Unterstützung zur aktiven Gestaltung bis zum Therapiebeginn
9/6/25, 11:30 AM - 9/6/25, 12:15 PM (Europe/Berlin) (45 minutes)

V2-1 - Warten mit Mehrwert  Eine frühkindliche Intervention als gezielte Unterstützung zur aktiven Gestaltung bis zum Therapiebeginn
Sabrina Rheindorf

Nach der Ausbildung als staatl. anerk. Erzieherin und zehn Jahren aktivem Dienst in der Feldwebellaufbahn der Bundeswehr folgte die Ausbildung zur staatl. gepr. Logopädin an der renommierten Döpfer Schule Köln. Der Schwerpunkt Stimme und Kindersprache war schnell gefunden. Seit 2017 arbeite ich in eigener Praxis, gebe Seminare, Kurse und halte Vorträge. Durch den Besuch vieler Fortbildungen qualifiziere und entwickle ich mich immer weiter. Stillstand ist für mich ein Fremdwort. 2019 qualifizierte ich mich in einer zusätzlichen Fachausbildung zur Stimm- & Sprechtrainerin und NF!T(R)-Therapeutin. Zusätzlich bringe ich über zwanzig Jahre Erfahrung als Darstellerin auf Laienbühnen, sowie vier Jahre Erfahrung im Schreiben von Theaterstücken und Regieführung mit. Seit 2019 bin ich außerdem Teil des Netzwerkes Stimme.at / Stimme.eu - die Europäischen Stimmexperten. Im Juli 2021 erschien mein erstes Buch "Gedankensammler" im Noel-Verlag.


Wartelisten sind in der Logopädie und Ergotherapie weit verbreitet – stellenweise nehmen Praxen keine neuen Anmeldungen mehr an. Dieses Dilemma resultiert aus der klaren Unterversorgung: Therapeutische Fachkräfte sind Mangelware, der Bedarf wächst jedoch, je länger PatientInnen auf einen Therapieplatz warten.

Der Vortrag befasst sich mit der Möglichkeit, Eigentraining als Selbstzahlerleistung in der logopädischen Praxis anzubieten, um die Wartezeit aktiv zu gestalten. Der Fokus liegt auf therapeutischen Ansätzen zur Unterstützung von PatientInnen mit spezifischen Herausforderungen, wie bspw. Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) und/oder auditiver Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS).

Ein früher Beginn der Intervention, basierend auf der Identifikation dieser Herausforderungen, ist entscheidend – „Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“, wie der amerikanische Psychologe und Pädagoge John Dewey 1929 sagte.

Es wird gezeigt, wie Eigentraining eine wertvolle Ergänzung und Vorbereitung darstellt, um den Entwicklungsprozess der PatientInnen bis zum Therapiebeginn zu fördern. Damit wird nicht nur die Wartezeit überbrückt, sondern es wird aktiv zur Verbesserung der Selbstständigkeit beigetragen, wodurch sich Eltern vielleicht weniger hilflos fühlen.

Ziel ist es, PatientInnen effektive Übungen und Ressourcen an die Hand zu geben, die ihre Fortschritte außerhalb der regulären Therapiesitzungen unterstützen und im besten Fall zu einer verkürzten Behandlung führen könnten. Dieser Ansatz könnte ebenso auf die Ergotherapie oder den Bereich Lerntherapie angewendet werden.